14.12.2015: „Europäische Öffentlichkeit trotz Krise – Was bedeutet die Eurokrise für die Europäische Öffentlichkeit?“ – Vortrag von Prof. Andreas Hepp (18:15-20 Uhr, EPB)

Europäische Öffentlichkeit trotz Krise
Was bedeutet die Eurokrise für die Europäische Öffentlichkeit?

Vortrag von Professor Andreas Hepp (Universität Bremen), mit Diskussion
Wann: Montag, 14. Dezember 2015, 18:15 – 20:00 Uhr
Wo: EuropaPunktBremen, Bremische Bürgerschaft, Am Markt/ Erdgeschoss

Im Rahmen der öffentlichen Ringveranstaltung „Europäisierung vs. Renationalisierung: Öffentliche Debatten in Zeiten der Krise“, Professor Ulrike Liebert, Universität Bremen

Europa ist immer wieder Schauplatz von Krisen: Der Ukraine-Konflikt, die Probleme der griechischen Wirtschaft, die Flüchtlingskrise oder die Schwäche der Gemeinschaftswährung Euro sind hierfür beispielhaft. Was bleibt von Europa übrig, wenn Krisen die Wertegemeinschaft auf die Probe stellen? Am ZeMKI, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung der Universität Bremen, wurden solche Fragen über einen Zeitraum von zwölf Jahren untersucht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die europäische Idee kommunikativ konstruiert wird. Nun ist ein umfangreicher Abschlussband zu den Ergebnissen des Forschungsprojektes erschienen: „The Communicative Construction of Europe“ (Palgrave Okt 2015). Die Autorinnen und Autoren Professor Andreas Hepp, Monika Elsler, Dr. Swantje Lingenberg, Anne Mollen, Dr. Johanna Möller und Dr. Anke Offerhaus zeigen anhand verschiedener Teilstudien in sechs europäischen Ländern, wie sich der Wandel von Öffentlichkeiten in Europa vollzieht. Sie weisen u.a. nach, dass Journalistinnen und Journalisten in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Österreich und Polen trotz der Unterschiede nationaler Diskurskulturen länderübergreifend ein ähnliches Bild von Europa zeichnen. Trotz der Eurokrise blieben beispielsweise Muster der Berichterstattung über Europa weitestgehend stabil. Zugleich wird jedoch heftig über die Legitimation Europas gestritten. Auch wenn Interesse und Wissensstand unter den europäischen Bürgerinnen und Bürgern stark variieren, setzt sich der Großteil der Bevölkerung mit Europa und dessen Bedeutung für den Alltag auseinander. Krisen fungieren dabei nicht selten als eine produktive Herausforderung bestehender Mediennutzungsgewohnheiten – auf diese Weise lässt sich der zutiefst widersprüchliche Charakter der kommunikativen Konstruktion Europas nachweisen. Kombiniert wurde die Analyse journalistischer Praktiken mit einer Langzeit-Inhaltsanalyse von Zeitungsberichterstattung, einer Analyse digitaler Bürgerkommunikation sowie mit einer Publikumsstudie.

 

ANDREAS HEPP, seit 2010 Professor für Medien- und Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienkultur und Kommunikationstheorie am ZeMKI, Universität Bremen, seit 2012 Visiting Fellow am Department of Media and Communications, University of London; seit 2013 Mit-Initiator des und Forschender im Forschungsnetzwerk „Kommunikative Figurationen“ an den Universitäten Bremen und Hamburg (an der Universität Bremen gefördert als Creative Unit im Rahmen der Exzellenzinitiative). Seit 2009: Aufbau des DFG Schwerpunktprogramms „Mediatisierte Welten“ (Mitinitiator und Projektleiter). Neueste Buch-Monographie: „Transcultural Communication“, Wiley-Blackwell 2015

 

Weitere Infos: http://www.monnet-centre.uni-bremen.de/news/ –
Dennis Zagermann (zagermann@uni-bremen.de)